Das Thema Industrie 4.0 kann man auch in der nicht-technischen Öffentlichkeit nicht übersehen und dennoch könnte die Bandbreite der Betrachtung nicht unterschiedlicher sein. Eine der Reaktionen ist typischerweise: "Das gibt es doch schon seit 30 Jahren!" Diese Bemerkung bezieht sich auf die DNC-Technik (Leitstandtechnik von CNC Maschinen) bzw. CAD/CAM-Verbund (Datendurchgängigkeit von CAD bis an den Datensatz des Werkzeugmaschinenprogramms). Andere Fachleute wiederum betrachten das Thema Industrie 4.0 als Feigenblatt für ein gigantisches Förderprogramm zugunsten der Wirtschaft.

Wiederum andere sind infiziert von der Vision kollaborierender Maschinen, also einer Mischung aus autonomem Fahren und Pflegerobotern, und mutieren zum "early adapter", einem frühen Anwender. Zu letzterem gehört die Firma Georg Maschinentechnik aus Neitersen im Westerwald. Der mittelständische Pressenbauer ist ein gutes Beispiel dafür, dass karge Böden und raues Klima nicht innovationsfeindlich sind. In dem Unternehmen, das 1925 von Karl Georg gegründet wurde, ist der Funke Industrie 4.0 übergesprungen. Spannend dabei ist, dass es für Industrie 4.0 nicht nur eine Lösung gibt, sondern die Lösungen vielfältig sind und sich durchaus ergänzen können.